Étienne de La Boétie

Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft

Essay

„Welches Ungeheuer von Laster ist das also, das nicht einmal den Namen Feigheit verdient?“

Étienne de La Boétie kennt man in der Literatur- und Philosophiegeschichte als Freund von Michel de Montaigne, dem er nach seinem frühen Tod seine umfangreiche Bibliothek vermacht, durch die Montaigne zu seiner Lektüre und schließlich zum Verfassen seiner Essais gelangt. Doch de La Boétie war selbst ein kluger Kopf, der antike Texte aus dem Griechischen übersetzte und lateinische und französische Verse verfasste. Seine Streitschrift „gegen einen Tyrannen“, sein Discours de la servitude volontaire, entstand unter dem Eindruck von Revolten des Volkes gegen den König, die in Südwestfrankreich 1548 als Widerstand gegen die Einführung einer Salzsteuer ausgebrochen waren. Sie gilt als Vorläufer des Anarchismus und des zivilen Ungehorsams und dreht sich um die Kernthese der paradoxen, weil freiwilligen Unterwerfung der Unterdrückten unter den Unterdrücker. „Wie kommt er zur Macht über euch, wenn nicht durch euch selbst? Wie würde er wagen, euch zu verfolgen, wenn ihr nicht einverstanden wärt?“

Buch

boetie knechtschaftISBN 978-3-99039-150-1
Gebunden mit Lesebändchen
EUR 10,-
ISBN 978-3-99039-081-8
Flexobroschur
EUR 7,-
88 Seiten. Kleinformat
In der Übersetzung von Johann Benjamin Erhard, mit einem Nachwort von Bernd Schuchter
lieferbar

Bestellen Sie in der Buchhandlung Ihres Vertrauens oder direkt bei:

wagnersche  tyrolia  morawa  amazon

Pressestimmen

„Gerade deshalb jedoch ruft de la Boétie nicht zum Tyrannenmord auf: Man muss den Herrscher gar nicht töten, es reicht, wenn man ihm nicht mehr gehorcht. „Seid entschlossen, nicht mehr zu dienen, und ihr seid frei!“, so lautet der berühmteste Satz aus dieser Schrift, geradezu ein Aufputschmittel für junge Revolutionäre und zugleich eine Anleitung für den gewaltfreien Widerstand. Etienne de la Boéties Schrift wurde erst nach seinem Tod gedruckt, sie wurde im 19. Jahrhundert viel gelesen und wird heute gerade wiederentdeckt.“
Sieglinde Geisel, Deutschlandfunk Kultur – Lesart